Stadtnachrichten

Stadtjugendpflege verzichtet bewusst auf Facebook & Co.


Diese Entscheidung wurde nicht leichtfertig gefällt, da Jugendliche über diese Plattformen sehr gut zu erreichen wären.

Dieses Vorgehen habe aber mehrere Gründe. Vor allem sei hier der Datenschutz zu nennen. Plattformen wie Instagram oder Facebook haben ihre Server hauptsächlich außerhalb der EU. Allein das widerspreche grundlegend der DSGVO, an die sich die Stadt Bad Dürrheim grundsätzlich hält. Aber damit nicht genug: Diese Netzwerke stehen aufgrund des Umgangs mit Nutzerdaten und dem Datenschutz im Allgemeinen häufig in der Kritik. So genannte Metadaten werden hier unter anderem für Werbezwecke erhoben und genutzt. Vor allem wird aber immer wieder über Sicherheitslücken berichtet, bei denen Nutzerdaten in die Hände unbekannter Dritter gelangen.

Darüber hinaus stellen die Sozialen Netzwerke mit Ihre Datenaufzeichnung auch in mehreren Jahren noch Probleme für die Jugendlichen dar. Die Plattformen werden oft als eine Art digitales Tagebuch genutzt. Meinungen, Bilder oder Themen, die man als Teenager öffentlich oder unter Freunden geteilt hat, bleiben im Zweifel für immer irgendwo auffindbar. Dies merke man oft erst, wenn man sich beruflich oder privat weiterentwickeln will und alte Meinungen und Bilder aus Zeiten der Selbstfindung zum Beispiel von potentiellen Arbeitgebern gefunden werden. Ein letzter, aber nicht zu unterschätzender, Grund ist die Kritik im Speziellen an Instagram. Dort wird ein ungesundes Körperbild bis hin zum Schönheitswahn vermittelt.

Der Stadtjugendpflege ist natürlich bewusst, dass viele Jugendliche dennoch auf Sozialen Netzwerken unterwegs sind. Dennoch soll mit der Nicht-Nutzung ein aufgezeigt werden, dass man diese Plattformen nicht auch noch durch die Präsenz unterstützen und sogar legitimieren will. Es würde zwar die Arbeit bzw. Erreichbarkeit der Jugend erleichtern, jedoch überwiegen bei objektiver Betrachtung die Nachteile. Die Stadtjugendpflege darf Jugendliche nicht dazu verleiten, sich auf solchen Plattformen anzumelden, nur damit sie „auf einfache Art“ erreichbar ist. Insbesondere Eltern, welche ihren Kindern das Nutzen solcher Medien zum Schutze verbieten, würde dies entgegentreten.

Auch in Zukunft plant die Stadtjugendpflege die Smartphone-App „WhatsApp“ für die Kommunikation mit den Jugendlichen zu verwenden. Auch diese Plattform gehört zum Facebook-Konzern. Hier wird aber weiterhin penibel darauf geachtet werden, dass nur Jugendliche die bereits WhatsApp nutzen, mit der Stadtjugendpflege hierüber in Kontakt treten. Es wird verhindert, dass sich Jugendliche deswegen bei WhatsApp anmelden, um mit der Stadtjugendpflege zu kommunizieren. Auch wurde WhatsApp auf dem Mobiltelefon der Stadtjugendpflege technisch so eingerichtet, dass die App auf keine anderen Telefonnummern auf dem Diensthandy zugreifen kann. Zudem werden hier keine vollen Namen in der App genutzt und auch keine Bilder versendet. Diese Maßnahmen sind so auch mit der Datenschutzbeauftragten abgestimmt.

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Redakteur / Urheber
Stadtverwaltung Bad Dürrheim