Stadtnachrichten

Nachbarschaftshilfe wird zum Verein


Erwin Nopper: Der Verein ist gegründet
 
Soziales Hilfe mit Herz und Hand e.V. startet mit 35 Mitgliedern und will in Bad Dürrheim mit allen Ortsteilen Unterstützung im Alltag zuverlässig organisieren und leisten.
 
Bad Dürrheim. Ein bisschen war die Aufregung zu spüren. Nur ein Jahr war vom ersten Gedanken, auch in Bad Dürrheim eine Nachbarschaftshilfe ins Leben zu rufen, bis zur Gründung vergangen. In diesen zwölf Monaten hatten vor allem zwei Männer sichtbar gewirkt: Erwin Nopper und Heinz Messmer als Mitinitiator. Als gestern Abend  zum Abschluss der Gründungsversammlung im Haus des Gastes mit der Verabschiedung der Satzung und den Vorstandswahlen Erwin Nopper ans Mikrofon trat, verriet er die Arbeitsteilung der beiden. „Heinz hat Gas gegeben, ich war der Bremser“, gab er gerne zu. Als Beispiel nannte er seine Vorstellung von zwei Jahren Vorarbeit, Heinz Messmer hingegen habe schon nach vier Monaten von der Gründung gesprochen.
Dass eine organisierte Nachbarschaftshilfe notwendig ist, darin waren sich alle einig. Bürgermeister Walter Klumpp sagte, der Verein sei die Antwort auf die Frage „Wie kann ich in Bad Dürrheim alt werden?“ Er, der bereits Mitglied ist, versprach  für die Stadt, diesen Verein „ganz, ganz positiv zu begleiten“. Wie das auch geschehen könne, konnte ihm Maria Hensler, die Vorsitzende des Netzwerks Nachbarschaftshilfe, sagen. Sie empfahl der Stadt, den jungen Verein mit dem Namen „Hilfe mit Herz und Hand“ am Anfang auch finanziell zu unterstützen. Tatsächlich hatten die Initiatoren in der Vorbereitungszeit bereits Unterstützung erfahren, finanziell von der Bürgerstiftung „Gelingendes Leben“, die im März zum  zweiten Mal  eine Schulung finanziert, dieses Mal von sechs künftigen Einsatzleiterinnen. Aber auch auf andere Weise hat der Verein in Gründung Hilfestellung bekommen. Erwin Nopper, Initiator und nun zum Vorsitzenden gewählt, zählte eine lange Liste von Personen und Institutionen auf, die unmittelbar oder mittelbar mitgeholfen hatten, der Idee zur Verwirklichung zu verhelfen. Auch die Stadtverwaltung gehörte dazu, besonders zwei Mitarbeiterinnen und das Hauptamt mit Amtsleiter Markus Stein. Der hatte wesentlich daran mitgewirkt, eine Satzung zu erstellen, über die die  35 Mitglieder unter den Versammlungsteilnehmern abstimmen mussten. Der Hauptamtsleiter las die Satzung nicht einfach nur Punkt für Punkt vor, beispielhaft erklärte er auch die Bedeutung und mögliche Auswirkungen. Mit dieser Satzung will die Nachbarschaftshilfe e.V., also eingetragener Verein, werden.
Über 120 persönliche Einladungen zur Gründungsversammlung hatten die Initiatoren verschickt. Am Eingang erfassten Claudia Gail und Skarlet Rewaj die Besucher namentlich, 54 waren es schließlich. Freilich hoffen Erwin Nopper und seine Mitstreiter auf weitere Mitglieder, gerne auch auf aktive, junge wie ältere, denn das Motto heißt: „Generationen verbinden – Hilfe finden“. Bereits in der Vorbereitungszeit haben die Initiatoren Hilfsanfragen erhalten, das ganze Jahr über, wie Erwin Nopper bestätigte. Schon nächste Woche soll die erste Vorstandssitzung die weiteren Schritte festlegen. Als nahes Ziel wünscht Erwin Nopper sich, in jedem Ortsteil mindestens ein aktives Mitglied zu haben, das Hilfe vermitteln kann.
Nach der Verabschiedung der Satzung konnte Heinrich Glunz die Wahlen leiten. Vorsitzender wurde Erwin Nopper, sein Stellvertreter ist Heinz Messmer. Die Kasse führt Barbara Durul, Schriftführerin ist Skarlet Rewaj. Zu Beisitzern wählte die Versammlung Roland Heppler, Edeltraud Schlenker, Ingrid Krickl und Regina Basch. Die Kasse prüfen Astrid Schweizer-Engesser und Karl-Heinz Ulrich.
Als Jahresmitgliedsbeiträge beschlossen die Mitglieder 18 Euro für die Einzelmitgliedschaft, 24 Euro für Familien und 30 Euro für juristische Personen. Als Stundensatz für geleistete Hilfe wurde zwölf Euro für Mitglieder und 13 Euro für Nichtmitglieder bestimmt. Helfer werden mit 9,50 Euro pro Stunde entschädigt.
Als das alles beschlossen war, verkündete Erwin Nopper: „Der Verein ist gegründet“. hd
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Redakteur / Urheber
Hartmut Dulling, Südwestpresse